Sehr sonnig am See

Zürichsee
Abendstimmung
am See in der schönsten Stadt der Welt.

Ein junges Paar in lindgrünen Jogginganzügen füttert die Schwäne mit kleinen Stücken Vollkorntoastbrot und fotografiert dabei eifrig.
Auf der Wiese hinter mir übt eine Seniorengruppe in Bhagwan-Orange Tai Chi.
Ein paar Meter daneben lässt ein Backpacker mit Rastazöpfen und Zigarillo seinen riesigen Rucksack ins Gras fallen. Er kramt eine schwarze Plastikschale mit Sushi und eingeschweißte Stäbchen daraus hervor.

Ein Mann im Frack klettert auf die niedrige Mauer am Ufer, zieht ein schneeweißes Tuch aus der Hosentasche und poliert hingebungsvoll seine Schuhe. Dann holt er eine Geige aus seinem Koffer und IMG_0200beginnt zu spielen: La vie en rose. Pretty Woman. Abend wird es wieder. Let it be. Nessun Dorma. Muss i denn zum Städele hinaus. Dancing Queen. Barcarole.
Als die Sonne langsam im See versinkt, spielt er immer noch. Mit geschlossenen Augen. Er sammelt kein Geld. Er spielt einfach nur.

Das letzte Touristenboot fährt mit lautem Tuten in den Hafen ein. Ein leichter Wind trägt das Stimmengewirr der von Bord gehenden Menschen herüber: Englisch. Französisch. Schwyzerdütsch. Italienisch. Spanisch. Japanisch. Russisch.

Das Leben ist bunt. Der Moment kostbar. Diese Stadt ein Fest für die Sinne. Und eins fürs Leben sowieso. Pardon, Hemingway.

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3 Gedanken zu „Sehr sonnig am See

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